Sonntag, 23. Mai 2010

Medizin hinter Stacheldraht


Das Haftkrankenhaus des Ministeriums für Staatssicherheit
Vortrag und Diskussion mit Tobias Voigt

2. Juni 2010,18 Uhr
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen,Genslerstr. 66 13055 Berlin

Hinter den Mauern der Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen befand sich zu DDR-Zeiten eine besonders geheime Einrichtung: das Haftkrankenhaus

des Ministeriums für Staatssicherheitdienstes (MfS). Zu DDRZeiten waren hier mehr als 3000 Menschen eingesperrt: Angeschossene Flüchtlinge, schwerkranke Häftlinge oder Gefangene, die unter einer Haftpsychiose litten. Sie wurden aus der ganzen DDR hier eingeliefert.

In seinem Vortrag beschreibt der Berliner Politikwissenschaftler Tobias Voigt Gründung, Struktur und Arbeitsweise des Haftkrankenhauses. Er hat dafür systematisch Dienstanweisungen, Kaderakten und Einlieferungsbücher ausgewertet, aber auch ehemalige Mitarbeiter befragt. Nach welchen Vorgaben wurden die Häftlinge behandelt ? Wie sehr war das medizinische Personal in die Methoden des MfS verstrickt? Wie vertrugen sich die Grungsätze der Humanmedizin mit dem Feindbild des Staatssicherheitsdienstes ? Tobias Voigt gibt erste Antworten zu einem kaum aufgearbeiteten Kapitel der DDR Vergangenheit.

Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich versuchen einen Bericht über den Vortrag zu veröffentlichen.
Lothar Tiedtke von Koß

1 Kommentar:

  1. Ruth Winkler,Zwickau
    Mit Interesse haben mein Mann und ich Ihre Seite verfolgt.
    Ein noch nie öffentliches Thema ,wird hier angesprochen.
    Wann berichten Sie über das Haftkrankenhaus in Berlin ?

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