Montag, 15. April 2013



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MfS Richtlinie 1/76, Minister E. Mielke: Befehl 17/81 vom 28.09.1981 Arbeitsgruppe des Minister/ Geheime Verschlusssache GVS-0005. MfS-Nr. 99/86 und
Kanzler Helmuth Schmidt am 13.12.1981 in Güstrow.

Mein Augen- und Zeitzeugenbericht zur politischen Situation in Haus 3, Station P4 der Haftpsychiatrie im DDR Bezirkskrankenhaus West in Stralsund.

Am 13.10.1981 wurde ich in Vorbereitung der größten Stasi-Aktion in der Geschichte der DDR unter Umgehung des DDR- Einweisungsgesetzes in geschlossene Psychiatrien von 1968, in Haus 3, Station P4 interniert, da ich Anfang 1981 der Volkskammerwahl fern blieb wegen ausgesprochenem DDR- Berufsverbot(Seemann) galt ich laut Befehl 17/81 als politisch unberechenbarer Querolant.

Im Bezirk Rostock, Schwerin und Neubrandenburg herrschte zum Besuch H. Schmidt Ausnahmezustand.
Auch in der Haftpsychiatrie Haus 3, Station P4 Stralsund.
Auszug aus meinem über 100 seitigen Zeitzeugenbericht:
Am 13.10.1981, ich lag noch eingeschnürt unter dem Netz-Bett, hörte ich von einem kleinen Radio eines Mithäftlings, dass der Bundeskanzler Helmuth Schmidt in Güstrow von Honecker verabschiedet wird.Ein Mann so um die dreißig(Sympathisant polnische Solidarität)kommt zu mir ans Netzbett und fragt, haben sie dich auch weggefangen? Mir fiel auf das die Station besonders voll war und man stellte zusätzliche Netz-Betten auf die Flure.Viele Patienten beobachteten wie sich die weggefangenen Insassen in den Netz-Betten verhielten. Ich glaube das die Elektroschockbehandlung bei mir enorme Wirkung zeigte. Nach einigen Tagen kommen zwei "Pfleger" an mein Bett und begannen es aufzuknüpfen. Ich sollte erst mal duschen gehen. Wie lange hatte ich mich nicht mehr waschen dürfen? Mein Levis Anzug war unter Verschluss. Ich trug ein OP Hemd. Das Netz war endlich auf, ich sollte mich aufrichten. Das gelang mir nach einer Weile. Beide Personen, Nehls und der andere "Pfleger" verwickelten mich in ein Gespräch und ich glaube, sie wollen prüfen, in welcher Verfassung ich mich befand. Ich saß im Netz-Bett und freute mich nach so langer Zeit wieder zu sitzen. Nehls sagte in schroffen Ton, ich solle endlich auf stehen. Ich stand jetzt am Bett und hielt mich am Kopfende fest. Ich musste Nehls versprechen keine Zicken zu machen. Sonst würde ich schnell wieder in der Waagerechten liegen.Man hatte es tatsächlich geschafft, mich in einer relativen kurzen Zeit so fertig zu machen, dass mir nach ein paar Schritten die Beine versagten. Als ich durch die sogenannte Intensivstation ging kam ich am Ende an eine Tür. Jetzt stand ich im Duschraum. Die Türen waren so alt wie die gesamte Provinzial-Heilanstalt. Die gesamten Häuser dienten schon der Waffen SS im zweiten Weltkrieg zur Vernichtung "un werten Lebens" Euthanasie.(dort brauchte es über 60 Jahre bis die Bürger Deutschlands informiert wurden). An der Stirnseite waren Isolierzellen, von den Häftlingen Bunker genannt. Einige Bunker hatten Schlösser vor. Mir viel auf das zwei nicht verschlossen waren.Ich hörte aus den Bunkern leises stöhnen und röcheln. Das laute stöhnen hörte ich schon als ich noch unterm Netz lag. Meine Neugierde und mein Drang zu helfen sagte mir, dass ich durch das Eisenkreuz durchsehen muss, um zu wissen wo die Laute her kommen. In einen Bunker sah ich rein. Im Bunker gab es kein Fenster. In einer Ecke stand ein Eimer und rechts die Pritsche. Auf der Pritsche lag ein Mensch, der vor langer Zeit mal ein Mann gewesen sein muss. Er war bis zum Skelett abgemagert. Innerhalb weniger Sekunden habe ich das Bild in meinem Kopf gespeichert und werde es bis heute nicht mehr los. Beim Anblick des Mannes wusste ich das er nicht mehr lange zu leben hatte. Das für mich bis dahin unfassbare hatte ich jetzt gesehen.Der Staat DDR lies seine Bürger, Menschen verhungern. So etwas hätte ich bis dahin nie geglaubt.Zitat Ende.-

Ein kennen lernen von weiterhin politisch Inhaftierten war so gut wie ausgeschlossen, da ich  überwiegend mit Gewaltverbrechern in Kontakt sein musste. In deren Schlafsaal war ich untergebracht und musste als junger Mann täglich, trotz Unmengen an Psychopharmaka, aufpassen das mir keine Gewalt angetan wurde. Außer ein junger Mann der von der Volkswerft verbracht wurde wegen Unterstützung der polnischen Gewerkschaft Solidarität.




 http://lothar-tiedtke-live.de/     Sowie Hompage Opferverband VOS / Zeitschrift Freiheitsglocke oder GOOGLE: Lothar Tiedtke von Koß 

Kommentare:

  1. Das ist eine Schande für Deutschland, dass alle die Augen verschließen und heute noch hinnehmen, was damals in der zweiten deutschen Diktatur (DDR) geschah. Ich schäme mich für dieses Deutschland! Nehmt alles hin, versteckt euch wieder in euren Schneckenhäusern und last die Ostalgie hoch leben.
    http://www.roter-ochse-zelle48.com

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  2. Ich wahr auch in einer Psychiatrie gewesen zur DDR Zeiten und möchte hier mit sagen das ist mehr wie eine Schande für das Deutschland von Heute!
    Und das nach 25 Jahren die Augen vor der Wahrheit
    verschließen und die Stasimitarbeiter und die Ärzte
    ihrer gerechten Strafe zu überfüren würde.
    Aber man verschließ lieber die Augen vor der Wahrheit in Deutschland.
    Und die Ärzte Arbeiten heute noch immer in Psychiatrien!


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